Von der Idee, die ihren Weg nach draußen sucht

der Idee

Der Weg von der Idee bis zu einem vollendeten Projekt ist eine spannende Reise. Doch was, wenn uns diese eine Idee gar nicht erreicht? Wie entstehen Ideen überhaupt? Und warum haben manche Menschen das Glück, DER Idee ihres Lebens zu begegnen, während andere warten und warten und darauf hoffen, dass ihnen eine einzige Idee kommt?

Jeder Mensch hat Ideen. Jeder. Doch oft ist es einfach so, dass wir uns selbst mit unseren Gedanken und Gefühlen blockieren. Ich selbst habe mich jahrelang selbst blockiert.

Die Ängste in uns

Mein ganzes Leben hatte ich Angst, meine Kreativität zu leben. Damit meine ich zu schreiben und meine Texte andere Menschen lesen zu lassen. Immer war da diese Angst. Angst, kein Talent zu haben. Angst, abgelehnt, kritisiert, missverstanden zu werden. Angst, ignoriert zu werden. Angst, dass das alles keinen Sinn hat. Angst, dass meine Arbeit emotional und künstlerisch nicht wichtig genug ist. Angst, nicht die nötige Disziplin zu haben. Angst, nicht die richtige Ausbildung zu haben. Angst vor den Reaktionen anderer.

Ich bin ehrlich. Noch heute habe ich Angst vor so vielem.

Irgendwann bin ich aber an einem Punkt angelangt, wo ich mir selbst gesagt habe:

Fari, wenn nicht jetzt, wann dann? Du hast Angst deine Texte anderen Menschen zum Lesen zu geben? Ja? Dann ist jetzt die Zeit gekommen, zu bloggen!

Angst zu haben, ist etwas vollkommen natürliches und menschliches. Doch es ist auch etwas, dem sich jeder von uns stellen muss. Wenn man etwas im Leben will, muss man seiner Angst Raum geben.

Nicht vor ihr davonlaufen. Sie nicht töten wollen.

Sondern ihr Raum geben.

Die Sache ist, unsere Ängste werden immer an unserer Seite sein, sie werden sich immer irgendwie einmischen oder sich äußern wollen. Doch ich persönlich habe beschlossen, dass meine Ängste für mich keine Entscheidungen mehr treffen werden. Nicht jetzt und auch nicht in Zukunft.

Höre der Idee zu

Jeder Mensch hat Ideen. Es geht darum, dem Ruf der Idee zu folgen.

Die einen hören nicht genau hin, die anderen halten ihre Ideen klein. Sie halten sich klein. Und ich spreche hier nicht nur von künstlerischen Ideen. Ich spreche hier auch von ethischen, wissenschaftlichen, kommerziellen, politischen Ideen.

Ideen, die womöglich die Welt ein wenig besser machen würden, wenn wir sie nur rauslassen würden.

Ich sehe eine Idee als etwas an, dass dich besuchen kommt und deine Aufmerksamkeit erlangen möchte. Ich persönlich habe mich lange Zeit von meinen Ängsten, Dramen, Unsicherheiten und Pflichten einnehmen lassen. Doch irgendwann ist die Zeit gekommen, an dem ich offen und entspannt genug war, der Idee zu folgen. Und wenn wir bereit sind, Ideen zu empfangen, wird auch die Inspiration mit uns zusammenarbeiten. Plötzlich ist sie überall und in jedem Menschen zu sehen.

Es gibt 2 Tools, die mir persönlich dabei helfen, meine Ideen zu hören und zu fühlen.

Meditation

In letzter Zeit habe ich wieder sehr stark gespürt, wie sehr Meditation mit Religion oder Hokuspokus und Räucherstäbchen gleichgesetzt wird. Viele denken auch, dass man mit dem Meditieren nur anfängt, wenn man in einer persönlichen Krise steckt. Ich finde das so schade, denn darum geht es nicht bei der Meditation.

Es geht auch nicht darum ein anderer, ein neuer oder sogar ein besserer Mensch zu werden. In der Meditation geht es darum, sich in Achtsamkeit zu üben und zu verstehen, wie und warum du in einer bestimmten Weise denkst oder fühlst. Meditation zeigt dir, wie du mit dir selbst, mit dem, was du gerade fühlst, in Einklang sein kannst. Sie hilft dir dabei Stress zu reduzieren.

Und sie hilft dir, auf deine innere Stimme zu hören und hinzuhören, wenn neue Ideen dich besuchen kommen. Sie hilft dir zu erkennen, wenn Ideen dir zufliegen. Ja, Ideen haben Flügel, sie fliegen dir zu, setzen sich auf deine Schultern und flüstern dir zu: komm mach was mit mir, denn ich vertraue dir, ich weiß, dass du das hinkriegst.

Schreiben

Auch das Schreiben hilft dir, deine Ideen wahrzunehmen. Und das sage ich nicht nur, weil Schreiben meine größte Leidenschaft ist. Ich schreibe das, weil ich ganz genau weiß, was das Schreiben alles bewirken kann.

Schreiben wirkt.

Die meisten Menschen glauben von sich, dass sie nicht schreiben können. Schreiben ist etwas das andere tun.

Es gibt ein Zitat von Henry Miller, welches ich liebe und deshalb in diesem Zusammenhang immer wieder gerne erwähne:

Entwickeln Sie Interesse am Leben, wie sie es wahrnehmen; an Menschen, Dingen, Literatur, Musik. Die Welt ist so reich, sie platzt geradezu vor lauter Schätzen, einzigartigen Seelen und interessanten Menschen.

Für mich ist Schreiben ein Akt des Beobachtens und Benennens. Ziel des Schreibens ist es in erster Linie, etwas Vorhandenes auszudrücken. Und indem wir das Leben beobachten und über sie schreiben, wenden wir uns ihr bewusst zu. Selbst ein Leben, das aus Hast und Durcheinander besteht, erstrahlt plötzlich in einem ganz neuen Glanz.

Du musst keinen Roman schreiben, es reicht, wenn du täglich eine A4-Seite schreibst. Das Geschriebene muss niemand sehen, es ist nur für deine Augen gedacht. Deswegen fokussiere dich nicht darauf, ob du schreiben kannst oder nicht.

Indem du täglich ein paar Zeilen schreibst, bekommst du den Kopf frei und langfristig gesehen entwickelst du kreative Ideen und Gedanken, nimmst Themen wahr, die zwar in dir schlummern, dir aber nicht bewusst waren.

Und du lernst dich selbst dadurch besser kennen.


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2 Kommentare

  1. Niedereder Annemarie sagt:

    Liebe Fari, es gibt reale und irreale Ängste. Die irrealen Ängste, die nichts mit einer drohenden Gefahr zu tun haben, sollten nicht unser Leben bestimmen. Die realen Ängste sind lebensnotwendig um auf eine drohende Gefahr adäquat reagieren zu können. Schönen Dank für deinen ermutigenden Artikel.

  2. Fari sagt:

    Hi Annemarie, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich habe in diesem Artikel über Ängste gesprochen, die uns daran hindern, unsere Ideen in die Welt zu bringen. Und in diesem Fall ist Angst denke ich ein Produkt der Gedanken, die wir uns selbst kreieren und kann hinderlich sein. Es gibt natürlich Situationen, wo die Angst berechtigt ist und auch lebensnotwendig wird. Situationen, wo wir vielleicht in Gefahr sind oder uns nicht sicher fühlen. Davon ist es aber in diesem Artikel nicht gegangen. Ich wünsche dir einen schönen Sonntag! LG, Fari

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